Duale
Studiengänge IS+A und IS+I am Standort Friedberg
1. Allgemeines
Im Sommer 2004 begannen am Standort Friedberg der FH
Gießen-Friedberg zwei neuartige duale Studienmodelle mit der Bezeichnung IS+A
(Ingenieurstudium plus Ausbildung) und IS+I (Ingenieurstudium plus
Industriepraxis). Die Modelle wurden gemeinsam mit der IHK
Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, der Heraeus Holding GmbH in Hanau und der
Ludwig-Geissler-Schule in Hanau entwickelt. Das Land Hessen unterstützte diese
neue Form des praxisorientierten FH-Studiums durch eine Anschubfinanzierung von
€ 100.000,- für das Jahr 2004.
2. Zwei unterschiedliche Modelle für zwei verschiedene
Studiengänge
Beide Modelle bieten den Teilnehmern durch das
Vertragsunternehmen eine finanzielle Grundsicherung während der gesamten Ausbildung sowie einen sicheren Einstieg ins Berufsleben nach
einem erfolgreich absolvierten Studium.
Unabhängig von der Wahl des
Modells werden insgesamt zwei Modelle für IS+A und IS+I angeboten mit insgesamt
fünf verschiedenen Vertiefungsrichtungen:
Bachelor-Studiengang
Maschinenbau, Vertiefungsrichtungen:
(Abschluss
Bachelor of Engineering,
B.Eng.)
Bachelor-Studiengang
Mechatronik, Vertiefungsrichtungen:
(Abschluss
Bachelor of Engineering,
B.Eng.)
3. Voraussetzungen und Ablauf
Voraussetzung zur Teilnahme an einem der beiden Modelle
ist die Fachhochschulreife und ein Vertrag mit einem teilnehmenden Unternehmen. In dem Vertrag gebenden
Unternehmen finden ausführliche mehrwöchige Praxisphasen statt, die durch
Theoriephasen im Rahmen des normalen Studienbetriebs an der FH in Friedberg
unterbrochen werden. Der Grundgedanke bei beiden Modellen ist eine gute
Durchmischung von Betriebspraxis und theoretischer Wissensvermittlung im
Hörsaal, die durch zahlreiche Laborveranstaltungen bereits an der Hochschule
den gewünschten Praxisbezug erhält. Das Zeitverhältnis von Betriebs- zu
Hörsaalphasen beträgt bei dem Modell IS+A 108 Wochen im Betrieb zu 102, bei
dem Modell IS+I beträgt das Zeitverhältnis
85 Wochen im Betrieb zu 102 Wochen im Hörsaal.
Während bei IS+I sowohl im Grundlagenstudium
(1. - 3. Semester) als auch im
Hauptstudium die Teilnehmer entsprechend ihrem jeweils erworbenen Wissensstand
im Unternehmen praktisch arbeiten, um das im Hörsaal erlernte Wissen in die
berufliche Praxis umzusetzen, wird bei IS+A während des Grundlagenstudiums (1.
- 3. Semester) im Rahmen
einer verkürzten Ausbildung der IHK-Abschluss
Industriemechaniker/Betriebstechnik erreicht. Die schulische Ausbildung hierzu findet
an der Ludwig-Geissler-Schule in Hanau statt.
4. Die besonderen Merkmale beider Modelle
Mit einem intensiven
Vorbereitungsprogramm vor dem ersten Studiensemester durch Brückenkurse in den
Fächern Mathematik, Physik und Chemie wird
der Einstieg in das erste Studiensemester
erleichtert.
Durch spezielle Klausurvorbereitungskurse während der Studierphasen und
eine Entzerrung der Klausurdichte wird ein maximal möglicher
Studienerfolg hinsichtlich Studiendauer und hinsichtlich Notendurchschnitt
gewährleistet. Durch ein ergänzendes Mentorenprogramm, das die Persönlichkeitsbildung
und die Methodenkompetenz fördert, werden den Teilnehmern hinsichtlich Fach-
und Führungsqualifikationen verbesserte
Chancen beim Einstieg in das Berufsleben
ermöglicht.
Um eine intensive Betreuung aller
Teilnehmer zu gewährleisten ist die Aufnahme für alle fünf Vertiefungsrichtungen
auf 25 Studierende pro Jahr beschränkt. Fachlich
und inhaltlich unterscheiden sich die beiden
angebotenen Ingenieurstudiengänge mit den
insgesamt fünf Vertiefungsrichtungen sehr
deutlich, sodass mit diesem Angebot sehr
unterschiedliche Neigungen und Talente der
Teilnehmer angesprochen werden.
5. Die einzelnen Studiengänge
und ihre Vertiefungsrichtungen
Der Maschinenbau
ist Deutschlands größter und wichtigster Arbeitgeber. Die Innovationen der
letzten Jahre werden für den Laien in den Fortschritten der Fahrzeugtechnik
hinsichtlich Komfort, aktiver und passiver Sicherheit sowie Umweltschutz durch
eine Verringerung von Kraftstoffverbrauch und Emmisionen am deutlichsten.
Vergleichbare Fortschritte werden auch im Werkzeugmaschinenbau sowie in der
Luft- und Raumfahrtindustrie sichtbar. Mit den drei Vertiefungsrichtungen
Energie- und Antriebstechnik, Konstruktion und Leichtbau sowie Material- und
Fertigungstechnologie ist der
Studiengang Maschinenbau in Friedberg auf dem neuesten Stand.
Die
Vertiefungsrichtung Energie und Antriebstechnik
behandelt sowohl die Grundlagen der Energietechnik
und Energieumwandlung als auch deren Anwendungen
in den Bereichen Energiegewinnung und Energieübertragung
sowohl für die allgemeine Mobilität (Fahrzeug-
und Motorentechnik) als auch für die stationäre
Energieversrgung durch Strömungsmaschinen
(Gas- und Dampfturbinen sowie Turbinen für
Wasserkraftwerke).
Die
Vertiefungsrichtung Konstruktion und
Leichtbau befasst sich mit der Konstruktion
und Auslegung von Maschinen und Aggregaten,
bei der es auf Grund der gestellten Anforderungen
auf eine besondere leichte Bauweise bei
gleichzeitig hoher Beanspruchung ankommt.
Typischerweise werden bei diesen Anwendungsfällen
Hochleistungswerkstoffe eingesetzt, die
für hohe mechanische und thermische Belastungen
besonders geeignet sind. Bei der Auslegung
kommen moderne Berechnungsmethoden wie die
Finite-Element-Analyse (FEM) sowie die rechnergestützte
Simulation der betriebsbedingten Beanspruchungen
zum Einsatz.
Die
Vertiefungsrichtung Material- und Fertigungstechnologie
hat einen besonderen Bezug zu den Material
verarbeitenden Unternehmen in der Rhein-MainRegion.
(www.materials-valley-rheinmain.de).
Die Verbesserung bekannter und die Entwicklung
neuer Werkstoffe hat eine große und nicht
zu unterschätzende Bedeutung für alle wichtigen
technischen Neuerungen. Fortschritteauf
dem Gebiet der Mikroelektronik und der Informationstechnik
sind ohne moderne Werkstoffentwicklungen
ebenso wenig möglich wie auf den Gebieten
der Fahrzeugtechnik sowie der Luft- und
Raumfahrt. Ein weiteres Arbeitsgebiet des
Material- und Fertigungstechnologen ist
neben der Werkstoffentwickllung auch die
Herstellung von modernen Werkstoffen mit
gleich bleibend hoher Qualität zu Preisen,
die auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sind.
Die
Mechatronik ist ein Schnittstellenstudium,
das Inhalte des Maschinenbaus, der Elektronik
und der Informatik beinhaltet. Dieses anspruchsvolle
Studium ist eine gute Grundlage für eine
erfolgreiche berufliche Zukunft. Von den
vielen Tätigkeitsschwerpunkten seien hier
nur die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern,
die Robotertechnik sowie
die Energietechnik genannt. Dem besonders
aktuellen Gebiet der Energietechnik und
der Energieumwandlung wird durch die neue
Vertiefungsrichtung Leistungsmechatronik
Rechnung getragen.
Die
Vertiefungsrichtung Allgemeine Mechatronik
behandelt die ganze Bandbreite der Mechatronik.
Neben den Themen Sensorik und Aktorik ist
die Betrachtung des dynamischen Verhaltens
mechatronischer Systeme ein weiterer Schwerpunkt.
Ein Anwendungsbeispiel für die genannten
Themen ist die Robotik mit den dazugehörigen
Laborveranstaltungen im Robotik-Labor.
Die
Vertiefungsrichtung Leistungsmechatronik
behandelt schwerpunktmäßig mechatronische
Systeme zur Energieumwandlung, wie sie beispielsweise
in der modernen Antriebstechnik von Schienenfahrzeugen
mit diesel-elektrischen Antrieben zum Einsatz
kommen.
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